„Der schönste Beruf auf der ganzen Welt“

08.02.2026 ·

Zur festlichen Amtseinführung von Lucia Wuddi

Die Schülerinnen- und Schülerbegrüßung
Langsam füllt sich die festlich geschmückte Aula.
An den grün-weiß gedeckten Tischen und Stehtischchen leuchten bald schon die Kerzen und die Sektgläser stehen bereit (ähm, nicht für Schülerinnen und Schüler).
Kurz vor 10:00 Uhr ist unser „Festsaal“ randvoll: Ehrengäste, unsere Gemeinde, Schulamt, Elternbeirat, Förderverein, die Familie unserer neuen Chefin, unser Kollegium und ganz besonders die jungen Menschen, die diesen Teil des Festes aktiv auf der Bühne und als Zuschauer an jedem freien Plätzchen gestalten und erleben werden. So feiern bärenstarke Kinder und Jugendliche!
Denn jetzt wird sie mit einer Riesenparty in Empfang genommen: unsere neue Schulleiterin Frau Lucia Wuddi.
Endlich, denn fast ein halbes Jahr ist bereits vergangen, seit sie mit uns und für uns arbeitet – aber (das wird Schulrat Herr Michael Schütz in seiner Rede noch betonen) gerade zu Beginn eines Schuljahres stehen viele Aufgaben an, sodass für die Organisation einer Feier oft einfach keine Muße da ist.

Die Party beginnt: „Herzlich Willkommen“ – in 10 Sprachen
Die neuen Schützlinge von Frau Wuddi (zumindest 13 davon) sind die Ersten auf der Bühne, und sie heißen sie herzlich willkommen – wörtlich und in 10 Sprachen. Es sind alles Sprachen der Schulfamilie: Kurdisch, Kasachisch, Bayerisch, Thailändisch, Ostdeutsch, Polnisch, Tschechisch, Polnisch, Russisch, Schwedisch – diesen Beitrag hatte die 7. Klasse organisiert und moderiert.

Schülerinnen und Schüler grüßen in 10 Sprachen

Auftritt der Moderatoren
Zwischen den Auftritten, die nun folgen, moderieren drei Jungs aus der 5. Klasse professionell und selbstsicher die Veranstaltung: „Es kommt jetzt ein Rap, der beweist, dass Frau Wuddi es mit bärenstarken Kindern zu tun hat.“

Die Moderatoren

Der Rap der Zweiten

Kinder singen
Kinderchor

Kinder aus 2a, b, c rappen „Bärenstarke Kinder“.

Wieder tritt das Moderatorentrio ans Mikro:
„Die 8. Klasse zeigt an einigen Beispielen, worauf Frau Wuddi sich bei uns eingelassen hat.“

Ein Schloss namens GMS Aitrachtal
Und es folgt eine (nicht ganz ernst gemeinte) PowerPoint-Präsentation, die uns alle – von der Grundschule bis zu den Ehrengästen – zum Lachen bringt:
„Es war einmal ein Schloss namens Grund- und Mittelschule Aitrachtal“… in dem der „alltägliche Schulwahnsinn stattfand“…
Und wir sehen Fotos aus dem „normalen Schüler- und Lehrerleben“: kreativ eingerichtete Schränke, an seltsamen Orten versteckte Schüler, ungewöhnliche Lernformen, wertvolle Schülersammlungen, wilde Jagden und vieles mehr.

Powerpoint mit Schrift
Powerpoint mit Fotos von kreativen Schülerverstecken

Ich schenk dir einen Regenbogen
Die nächste Ansage: Das Lied „Ich schenke Dir einen Regenbogen“ von 1a, 1b und 1c mit kleinen Tanzelementen.

Kinderchor

Nun leiten die Moderatoren über: „Lassen wir uns überraschen, was uns 3a und 3b darbieten. Ihr Beitrag heißt ‚Surprise‘.“

Stachelschweine
Der musikalische Überraschungsbeitrag über ein verliebtes Stachelschwein bringt alle in Schwung, der – wie das Lachen – irgendwie weiterschwingen wird.

Chor mit Lehrer
Kinderchor mit Lehrer

Notfallpaket für Lehrer
Anschließend bitten die jungen Moderatoren die 6. Klasse auf die Bühne, die der Schulleiterin ein Notfallpaket anbietet, „wenn sie einmal Hilfe benötige“: Darin sind z. B. „Luftballons, falls Ihnen mal die Luft ausgeht“, ein „Pflaster für geschwätzige Schüler“ oder ein Päckchen mit „Buchstabensuppe, damit Ihnen nie die Worte fehlen“.

Kinder überreichen ein Geschenk

Blumensträuße und Lieder

Kinderchor und Lehrer

Die Klassen 4a, 4b, 4c und 6 singen den Song: „Im Lande Zimbi hinterm Berg“

Kinder mit Blumensträußen
Kinder mit Blumensträußen
Kinder mit Blumensträußen
Kinder mit Blumensträußen

Schülerinnen und Schüler aus den 4. Klassen richten mit kleinen Sträußen Willkommenswünsche an Frau Wuddi
Zum Ende des ersten Teils singen 2c, 4c und die 7. Klasse das „Fliegerlied“ und das ganze Publikum wird vom Singen und Tanzen mitgerissen.
Die Moderatoren-Jungs beschließen die Schüler-Feier mit den Worten: „Die Kinder fliegn jetzt hoam und die Ehrengäste derfan no a bissal dableibn.“ (Bayerisch ist und bleibt ja doch eine der vielen Sprachen der Schulfamilie.)

Das Fliegen, Tanzen und die Beschwingtheit nehmen die Schülerinnen und Schüler unserer Grund- und Mittelschule Aitrachtal von der schönen Feier mit die Treppen hinauf in die Klassenräume und hoffentlich auch mit nach Hause – man sieht es am Hüpfen und an den vielen freudestrahlenden Gesichtern.

Kinder beim Tanzen
Kinder laufend tanzend in die Klassenzimmer

Der offizielle Teil
Begrüßung Kollegium
Mit der Begrüßung von Lucia Wuddi durch unsere Konrektorin Ramona Reichl, stellvertretend für das gesamte neue Kollegium, startet der amtliche Teil. Denn das Ganze ist ja auch eine „Amtseinführung“. Ein offizieller Akt. Aber nicht weniger herzlich.
Natürlich sind Begrüßungsworte und Reden auch immer mit (Vorschuss-)Lorbeeren verbunden. Aber, so viel sei spekuliert und vorweggenommen: Wenn die Ansprachen in bestimmten Teilen übereinstimmen, kann man vielleicht von gemeinsamen Beobachtungen ausgehen. So werden praktisch alle der auftretenden Rednerinnen und Redner hinter dem kleinen Pult auf Folgendes hinweisen: die Betonung des „Gemeinsam“, das familiär Kollegiale, das leise und sympathische Auftreten und das Verantwortungsbewusstsein unserer neuen Chefin an ihrem neuen Arbeitsplatz.
Frau Reichl sagt etwa: „Du bist mit einem echten Lächeln und Ehrlichkeit auf uns zugekommen“, und hast auf „Beziehung und Zusammenhalt“ besonderen Wert gelegt.

Begrüßungsrednerin

Begrüßung Elternbeirat und Förderverein
Frau Sylvia Angerer, Vorsitzende im Elternbeirat sowie im Förderverein, betont den besonderen Stellenwert der Schule in unserer Kommune, wo nicht nur schulische Aufgaben, sondern vor allem Miteinander und Umgang vermittelt werden. Sie überreicht ihr ein Buch „mit vielen leeren Seiten, die darauf warten, gefüllt zu werden“ – mit Projekten, Schulfesten, Ideen, Erlebnissen…

Begrüßungsrednerin

Der Chor
Herr Gress dirigiert gekonnt und elegant wie immer auch den Lehrerchor zu „Lass Erde und Himmel erblühen“.

Lehrerchor

Begrüßung Gemeinde
Nun begrüßt unser Erster Bürgermeister Herr Thomas Hieninger unsere neue Schulleiterin. Es sei ein „besonderer Moment, wenn eine neue Schulleitung komme“, da die Schule im Ort einen wichtigen Platz einnehme. Auch das Gemeindeoberhaupt hebt dieses „Gemeinsam“ hervor: In Mengkofen sei die Schule ein wichtiger Mittelpunkt; sie liefere den Startschuss fürs Leben und sei der Ort, wo alle Generationen und Bestandteile des öffentlichen Lebens versammelt sind, neben Kindern und Lehrern etwa Vereine, Betriebe, das Altenheim, die Physioklinik… Dafür brauche es verlässliche Menschen, die Brücken bauen, Verbindungen und ein Wir schaffen. Frau Wuddi sei hier die Richtige und habe bereits viele Kontakte geknüpft. Mit Bezugnahme auf den Slogan der Schule „Bärenstarke Kinder gemeinsam Hand in Hand“ überreicht Herr Hieninger unter anderem ein Gemeindewappen (dessen Entstehungslegende er auch berichtet).

Begrüßungsredner

Begrüßung Schulamt
Schulrat Michael Schütz startet seine Präsentation und Rede mit den Worten: „Eine erfahrene, kompetente Pädagogin übernimmt in bewegten Zeiten die Grund- und Mittelschule Aitrachtal“.
Und er widerspricht Vermutungen, dass das Schulamt nicht ein halbes Jahr mit der Feier gewartet habe, „um zu sehen, ob Frau Wuddi das könne“, sondern um dem Kollegium Zeit zum Luftholen zu lassen für die Organisation einer Feierstunde.
Alles habe seine Zeit und seinen richtigen Ort – und leicht ironisch geht er auf astrologische Besonderheiten des Moments ein, in dem die Pädagogin die Schulleitung übernimmt: die Dynamik des chinesischen Feuerpferdes, dessen Anzeige von Mut und Veränderungswillen; die Zielstrebigkeit und Struktur des Steinbocks und die freiere Wassermannschwingung. Er betont, dass er keine esoterische Deutung vornimmt, aber hier einige Eigenschaften sieht, die gut zu den  Aufgaben einer Schulleitung passen.
Anerkennung verdiene besonders die Entscheidung, die Verantwortung dieser Aufgabe zu übernehmen.
Der Schulamtsvertreter zählt einige Fakten aus ihrem Leben auf: über einen Weg, der zunächst klar zur Dipl. Finanzwirtin und Steueroberinspektorin zu laufen schien.
Erst dann führte er ins Lehramtsstudium. 
2006 startete sie als fertige Lehrerin in Wallersdorf (und zudem als ehrenamtliche Jugendschöffin).
2022 wurde sie Konrektorin in Eichendorf, um nun hier bei uns zu landen.
Herr Schütz sieht „Verantwortungsbewusstsein in jedem Schritt, den du gegangen bist, die klare Zielsetzung… auf der Suche, wie man konstruktiv mitgestalten kann“.
Der Wechsel von der Vorgängerin auf die neue Chefin „war fein, geräuschlos, sensibel und professionell“, was auch am „guten Schulgeist, der hier herrscht“ liege: „Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft, Höflichkeit und Toleranz“.
Man sehe, dass unser Leitspruch „Bärenstarke Kinder – Hand in Hand“ hier wirklich vom „bärenstarken Miteinander“ lebe.

Logo Bärenstarke Kinder!

Bei ihrem ersten Vorstellungsgespräch bei Herrn Bürgermeister Hieninger, der sich viel Zeit für den Termin genommen habe, sei zudem die Wertschätzung und der Stellenwert der Schule in der Gemeinde spürbar gewesen – und die Unterstützung vorbildlich.
Frau Wuddi sei einerseits eine Führungskraft, die mit Stärke für die Schule stehe, z. B. den Rahmen für den Unterricht stecke oder für die Abstimmung des Kollegiums für ein koordiniertes Arbeiten sorge; andererseits zitiert der Schulrat: „Wer etwas gelten will, muss andere gelten lassen“.
Und dies sei ihr in der kurzen Zeit gelungen.
Unsere Kinder für die großen Veränderungen der Zukunft bereit zu machen (neben Lesen, Schreiben, Rechnen): der Umgang mit der Ambivalenz von KI, der Respekt gegenüber der Natur als unsere Lebensgrundlage, die veränderten Spannen von Leistungsfähigkeit oder das erschwerte Funktionieren von Stützungssystemen…
Dies ergebe einen „riesigen Spannungsbogen“ für das Agieren der Schulleitung – im besten Fall zusammen mit dem Kollegium.
Zum Abschluss zitiert Herr Schütz Viktor Frankl:
„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit.“
Dieses kleine Pausieren, die Achtsamkeit sich selbst gegenüber, auch um nicht auszubrennen – sowie „Gottes Segen“ – wünscht er Frau Wuddi für ihr neues Amt.

Begrüßungsredner

Und immer klingt Musik
Der Lehrerchor stimmt sein zweites Stück an: „All das wünsch ich dir“.

Begrüßung Pfarrgemeinde
Herr Pfarrer Rainer Schinko möchte der chinesischen Astrologie einen weltlichen Heiligenkalender entgegensetzen.
In dem halben Jahr habe man gemerkt, dass sie mit großer innerer Freude agiere.
„Wir machen die Arbeit zum Wohle der kommenden Generationen“, dafür brauche es den Segen Gottes, der allen gelte.
In der Segensbitte heißt es: „Wir bitten um Segen für den Neuanfang: Weisheit, Mut und ein offenes Herz.“
Lehrer sollen mit Freude begleiten und mit Mut führen und Lernende sollen hier mit Freude wachsen dürfen.

Begrüßungsredner

Rede Lucia Wuddi
Typisch für ihre „leise Art“ und sichtlich bewegt meint die neue Schulleiterin: „So gelobt sei sie schon lange nicht mehr worden“ (man zweifelt ein wenig angesichts der in der ersten Reihe versammelten ganzen Familie), und die Feier sei so „liebevoll gestaltet gewesen, dass sie Gänsehaut bekommen habe“.
In ihrer Rede wird bald klar, woher das „Gemeinsam“ kommt: durch das Aufwachsen in einer Mehrgenerationenfamilie.
„Wo man füreinander Verantwortung übernahm.
Wo es immer warmes Essen gab; wo jemand fragte, wie der Tag heute war; wo jemand zum Trösten, zum Helfen bei Schulaufgaben da war. Wo der Opa bereitstand mit Jod für das aufgeschlagene Knie; wo immer irgendjemand hörte, wenn man zu spät heimgekommen sei.“
Alle konnten sich aufeinander verlassen und packten miteinander an.
Und so möchte Frau Wuddi auch ihre Arbeit hier als eine sehen, „die nur gemeinsam zu machen ist.“
Konflikte könne man dabei aushalten, auch mit Humor, denn (ein altes Familiensprichwort): „Wenn zwei nie streiten, muss irgendwo ein ‚Depp‘ dabei sein“.
Und: „Es ist immer noch der schönste Beruf auf der ganzen Welt!“

Begrüßungsredner
Tischdeko mit Kerzen